Was kostet die Fahrzeuganmeldung? Alle Kosten im Überblick
Zulassungsgebühren, Kennzeichenkosten, Kfz-Steuer — bei der Fahrzeuganmeldung kommen mehrere Kostenpositionen zusammen. Wir erklären, was Sie wirklich zahlen, was sich sparen lässt und was viele übersehen.
Was kostet eine Fahrzeuganmeldung insgesamt?
Die Gesamtkosten einer Fahrzeuganmeldung setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Für eine standardäige Zulassung eines Gebrauchtwagens sollten Sie insgesamt mit 60 bis 130 Euro rechnen — ohne Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer, die zusätzlich anfallen.
Im Detail setzt sich das zusammen aus der Zulassungsgebühr der Behörde, den Kosten für die Kennzeichenschilder und — wenn gewünscht — einer Reservierungsgebühr für ein Wunschkennzeichen. Dazu kommt einmalig das SEPA-Mandat für die Kfz-Steuer, das aber keine direkte Gebühr auslöst.
| Kostenposition | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Zulassungsgebühr | 25 – 60 € | Variiert je nach Zulassungsstelle und Vorgang |
| Kennzeichenschilder | 20 – 35 € | Beim Schildermacher vor Ort oder vorab |
| Wunschkennzeichen | 10 – 30 € | Zusätzliche Reservierungsgebühr, optional |
| Kfz-Steuer (jährlich) | Je nach Fahrzeug | Per SEPA eingezogen, abhängig von Hubraum und Schadstoffklasse |
| Kfz-Versicherung | Je nach Tarif | Voraussetzung für eVB-Nummer, separat abzuschließen |
Drei Rechenbeispiele: Was zahlen Sie in der Praxis?
Je nach Zulassungsfall und persönlichen Wünschen variieren die Gesamtkosten erheblich. Diese drei Beispiele zeigen, was realistisch auf Sie zukommt:
Gebrauchtwagen, einfach
| Zulassungsgebühr | 30 € |
| Kennzeichenschilder | 25 € |
| Gesamt | ca. 55 € |
Standardfall ohne Extras, kleiner Zulassungsbezirk.
Gebrauchtwagen mit Wunschkennzeichen
| Zulassungsgebühr | 40 € |
| Kennzeichenschilder | 28 € |
| Wunschkennzeichen | 15 € |
| Gesamt | ca. 83 € |
Häufigster Fall mit Wunschkennzeichen.
Neuwagen, große Stadt
| Zulassungsgebühr | 58 € |
| Kennzeichenschilder | 32 € |
| Wunschkennzeichen | 20 € |
| Gesamt | ca. 110 € |
Großstädtische Zulassungsstelle, höhere Gebührensätze.
Zulassungsgebühren: Was zahlen Sie wofür?
Die Zulassungsgebühr ist die Amtsgebühr der Zulassungsstelle für die Bearbeitung Ihres Anliegens. Sie wird auf Basis der Allgemeinen Gebührenordnung (AllGO) und kommunaler Gebührensätze berechnet. Deswegen gibt es keine bundesweit einheitliche Gebühr — die Unterschiede zwischen Gemeinden können bis zu 20 Euro betragen.
Grundsätzlich gilt: Eine Neuzulassung kostet etwas mehr als eine Ummeldung oder ein Halterwechsel, weil der Bearbeitungsaufwand höher ist. Eine Abmeldung ist in der Regel am günstigsten.
| Zulassungsfall | Typische Gebühr |
|---|---|
| Neuzulassung (Neufahrzeug) | 30 – 60 € |
| Halterwechsel / Umschreibung | 25 – 45 € |
| Wiederzulassung | 25 – 50 € |
| Ummeldung (gleicher Halter, neuer Bezirk) | 20 – 35 € |
| Abmeldung | 10 – 20 € |
| Online-Zulassung per i-Kfz | Vergleichbar mit Vor-Ort-Gebühr |
Kennzeichenkosten: Was kostet das Kennzeichen wirklich?
Die Kosten für Kennzeichenschilder fallen nicht bei der Zulassungsstelle, sondern beim Schildermacher an. Schildermacher sind in der Regel direkt vor Ort an der Zulassungsstelle zu finden. Der Preisunterschied zwischen Anbietern kann mehrere Euro betragen — wer die Schilder vorab bei einem externen Schilderdienst anfertigen lässt, spart manchmal 5 bis 10 Euro.
Wichtig: Die Schilder müssen nach der Zuteilung des Kennzeichens angefertigt werden — vorher ist die Kombination noch nicht offiziell vergeben. Wer ein Wunschkennzeichen reserviert hat, kann die Schilder allerdings schon vorab bei einem Schilderdienst bestellen.
Standard-Kennzeichen
- Normales Kennzeichenpaar (vorne und hinten): 20 – 35 €
- Einzel-Kennzeichen (z.B. nur hinten bei Motorrad): 10 – 18 €
- Elektro-Kennzeichen (grüne Schrift): leichter Aufpreis möglich
- Saisonkennzeichen: ähnlicher Preis wie Standard
Wunschkennzeichen
- Reservierungsgebühr: 10 – 30 € (zusätzlich zur Zulassungsgebühr)
- Online-Reservierung in vielen Bundesländern möglich
- Reservierung läuft nach wenigen Tagen ab wenn nicht genutzt
- Beliebte Kombinationen sind oft vergeben — frühzeitig prüfen
Kfz-Steuer: Wie viel zahlen Sie und wie wird sie berechnet?
Die Kfz-Steuer ist eine Bundessteuer und wird vom Bundeszentralamt für Steuern per SEPA-Lastschrift jährlich eingezogen. Sie müssen daher bei der Zulassung ein unterschriebenes SEPA-Lastschriftmandat mit Ihrer IBAN vorlegen — eine direkte Zahlung an der Zulassungsstelle findet nicht statt.
Die Höhe der Kfz-Steuer hängt bei Verbrennungsmotoren von Hubraum und CO2-Emission ab. Bei Dieselfahrzeugen gilt ein höherer Grundbetrag pro 100 cm³ als bei Benzinern. Fahrzeuge mit schlechter Schadstoffklasse (z.B. Euro 1 oder 2) zahlen erheblich mehr als moderne Euro-6-Fahrzeuge.
| Fahrzeugtyp | Steuerberechnung | Beispiel |
|---|---|---|
| Benziner (Euro 6) | 2,00 € je 100 cm³ + CO2-Anteil | 1,4 l: ca. 50–80 €/Jahr |
| Diesel (Euro 6) | 9,50 € je 100 cm³ + CO2-Anteil | 2,0 l: ca. 150–250 €/Jahr |
| Elektroauto (BEV) | Steuerbefreit | 0 €/Jahr |
| Plug-in-Hybrid (PHEV) | Nur Verbrennungsanteil | Variiert stark |
| Motorrad | 1,84 € je 25 cm³ | 600 ccm: ca. 44 €/Jahr |
Kfz-Versicherung und eVB-Nummer: Der versteckte Kostenfaktor
Viele unterschätzen, dass die Kfz-Versicherung der bei weitem größte Kostenfaktor rund um die Fahrzeuganmeldung ist — deutlich mehr als alle Behördengebühren zusammen. Die eVB-Nummer, die für die Zulassung Pflicht ist, erhalten Sie erst nach Abschluss der Versicherung.
Die Unterschiede zwischen den günstigsten und teuersten Tarifen können mehrere hundert Euro pro Jahr betragen — bei identischem Schutzumfang. Ein Vergleich vor der Zulassung lohnt sich daher immer.
eVB-Nummer ist kostenlos
Die eVB-Nummer selbst kostet nichts — sie ist im Versicherungsbeitrag enthalten. Kein Versicherer darf dafür eine separate Gebühr verlangen.
Mehr zu den Kosten der eVB →Versicherung vorher vergleichen
Wer vor der Zulassung Tarife vergleicht, spart oft 100–300 Euro im ersten Jahr. Der Vergleich kostet nichts und die eVB-Nummer kommt sofort.
Jetzt Tarife vergleichen →Kostenunterschiede nach Fahrzeugtyp
Die Zulassungsgebühren selbst unterscheiden sich kaum zwischen Fahrzeugtypen. Größere Unterschiede entstehen bei Kennzeichen und vor allem bei der Kfz-Steuer. Ein Überblick:
🚗 Auto / PKW
- Standardfall, alle Gebühren wie oben
- Zwei Kennzeichenschilder (vorne und hinten)
- Kfz-Steuer nach Hubraum und CO2
🏍 Motorrad
- Nur ein Kennzeichen (hinten), günstiger
- Saisonkennzeichen besonders verbreitet
- Kfz-Steuer nach Hubraum (niedriger als PKW)
🚐 Wohnmobil
- Höhere Zulassungsgebühr möglich (Gewichtsklasse)
- Kfz-Steuer nach Schadstoffklasse und Gewicht
- Saisonkennzeichen steuerlich vorteilhaft
Anhänger
- Zulassungsgebühr in der Regel günstiger
- Keine Kfz-Steuer auf Anhänger
- Eigene eVB-Nummer erforderlich
So sparen Sie bei der Fahrzeuganmeldung
Die Behördengebühren lassen sich kaum beeinflussen — aber an anderen Stellen gibt es durchaus Spielraum:
-
1Versicherung vorher vergleichen Der größte Hebel liegt bei der Versicherung. Wer vor der Zulassung Tarife vergleicht, kann dauerhaft 100–400 Euro pro Jahr sparen. Die eVB-Nummer kommt direkt nach dem Online-Abschluss.
-
2Schildermacher vergleichen Die Preise für Kennzeichenschilder variieren. Wer nicht beim teuersten Anbieter direkt an der Zulassungsstelle kauft, sondern einen externen Schilderdienst nutzt, spart 5–10 Euro. Viele Online-Schilderdienste liefern sogar nach Hause.
-
3Kein Wunschkennzeichen wenn nicht nötig Das Wunschkennzeichen kostet extra — ein zufällig zugeteiltes Kennzeichen ist identisch in der Funktion und spart 10–30 Euro.
-
4Online-Zulassung per i-Kfz prüfen Bei vielen Zulassungsfällen (Wiederzulassung, Umschreibung) ist die Online-Zulassung möglich. Die Gebühr ist identisch, aber Sie sparen Fahrtkosten und Zeit — was indirekt Geld spart.
-
5Saisonkennzeichen bei wenig genutzten Fahrzeugen Wer ein Motorrad oder Wohnmobil nur saisonal fährt, spart mit einem Saisonkennzeichen erheblich bei der Kfz-Steuer — weil nur die Monate gezahlt werden, in denen das Fahrzeug zugelassen ist.
Was viele bei den Zulassungskosten vergessen
Neben den offensichtlichen Kostenpositionen gibt es einige Punkte, die häufig übersehen werden und im schlechtesten Fall zu einem abgebrochenen Termin führen:
HU-Kosten bei Gebrauchtwagen
Wer einen Gebrauchtwagen ohne gültige Hauptuntersuchung kauft, muss zunächst die HU nachholen. Das kostet bei TÜV oder DEKRA je nach Fahrzeug 80 bis 150 Euro — plus mögliche Nachbesserungskosten.
Kosten bei fehlenden Fahrzeugpapieren
Ist die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) verloren, kostet die Ersatzausstellung Gebühren und dauert mehrere Wochen. Beim Gebrauchtwagenkauf immer darauf bestehen, dass beide Teile übergeben werden.
Abschleppkosten ohne gültige eVB
Wer ein Fahrzeug ohne gültige Versicherung und damit ohne gültige eVB auf öffentlichen Straßen bewegt, riskiert Bußgelder und im Schadenfall ungedeckte Haftungsrisiken.
Rückforderung der Kfz-Steuer
Bei Abmeldung wird die anteilige Kfz-Steuer erstattet — aber nur wenn das Fahrzeug korrekt abgemeldet wird. Wer das versäumt, zahlt weiter Steuer für ein nicht genutztes Fahrzeug.
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